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Die Wegwerfkuh

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Bridget H – flickr.com

 

Heute möchte ich euch gerne ein Buch vorstellen und damit ein Thema anreißen, das mir wichtig ist. Vor ein paar Wochen bin ich durch den Buchladen geschlendert, auf der Suche nach einem Buch über Kühe (ich interessiere mich für Landwirtschaft und vor allem Kühe haben es mir irgendwie angetan 😉 ). Dabei ist mir dieses Exemplar ins Auge gesprungen:

 

Die Wegwerfkuh – ziemlich provokanter Titel. Ich war erst einmal kritisch. Wenn man Thesen in den Raum wirft, dann bitte nur wenn sie auf guten Statistiken und Daten beruhen. Bei dem Titel hatte ich eher den Verdacht, dass ich hier auf ein Buch gestoßen bin, das emotional über die bösen Bauern berichten wird, die ihre Kühe nach zwei Jahren zum Schlachter schicken. Und versteht mich nicht falsch, es macht mich absolut wütend und ich denke es ist falsch, dass wir nach diesem Prinzip wirtschaften – Trotzdem kann sich nur etwas ändern, wenn man mit Fakten belegen kann was genau los ist und wo das Problem liegt.

Meine Zweifel waren aber unberechtigt, schon nach ein paar Seiten war ich total vertieft. Auch für Leute die sich nicht für Landwirtschaft interessieren ist dieses Buch glaube ich sehr spannend, denn in den nächsten Jahren werden wir uns alle mit dem Thema Ernährung mehr beschäftigen müssen. Schon jetzt bestimmen wir die Landwirtschaftliche Szene mit. Jedes Mal wenn wir einkaufen gehen unterstützen wir bestimmte Produkte, Kooperationen etc.
Was wollen wir unterstützen ist dabei die große Frage?

Die Autorin beleuchtet die Situation in Deutschland. Dabei übt sie die Kritik nur geringfügig an den Bauern, die oft keine andere Möglichkeit haben als mitzuziehen oder auszusteigen und nimmt vielmehr das System an sich in die Mangel.

Wir Deutschen (habe ich das Gefühl) putzen uns oft damit heraus, dass wir ein effizientes Völkchen sind. Auch hier in Kanada beispielsweise bekomme ich das oft zu hören und in vielen Bereichen stimmt das bestimmt auch. Wie ist das in der Landwirtschaft?
Auch da behaupten wir sehr effizient zu sein und somit einen großen Einfluss auf den Weltmarkt und die Zukunft zu haben. Doch wie effizient ist das System wirklich? Genau dieser Frage geht die Autorin auf den Grund und es zeichnet sich ein Bild ab, was einen erschrecken lässt.

Allein in Deutschland werden beispielsweise laut Peta jährlich 50 Millionen männliche Küken direkt nach der Geburt vergast oder geschreddert. Kleine Kälber werden schon einige Wochen nach der Geburt zu riesigen Mastanlagen gekarrt, was so anstrengend und kräftezerrend ist, dass die jungen Tiere mehrmals Medikamente verabreicht bekommen. (Quelle Buch) Und dann natürlich die Milchkühe, die schon nach bereits 2 oder 3 Jahren oft ausgedient haben und geschlachtet werden, obwohl eine Kuh noch viel länger leben und auch Milch geben würde.

Das sind nur einige Beispiele, die im Buch benannt werden. Macht Landwirtschaft so Sinn? Ich bin der Meinung : nein.
Ich finde den Trend sogar ziemlich erschreckend. Ich habe das Gefühl Tiere werden gar nicht mehr richtig als Lebewesen angesehen, sondern als ein einfaches Produkt, dass immer weiter verbessert werden muss. Wir züchten Schweine, die immer mehr Ferkel pro Wurf haben obwohl sie gar nicht genug Sitzen besitzen. Das so eine Züchtung vielleicht überhaupt nicht sinnvoll ist und unnötig Leben verschwendet wird vom schneller – höher – weiter Denken überschattet. Und es ist nicht nur für die Tiere schlimm, auch so viele kleine Familienbetriebe müssen großen Firmen weichen. Wiesenhof beispielsweise hat einen Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Euro! , während viele einzelne Bauernfamilien um die 30 000 verdienen (Quelle Buch).

Wo wird das noch hinführen?

Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, denn ich denke dieses Thema geht uns alle etwas an und wir alle entscheiden wen wir mit unserem Geld unterstützen oder nicht unterstützen.
Die kleinen Bauernfamilien sollten nicht aussterben und Tiere müssen mit Respekt behandelt werden. Dass so viele Tierleben verschwendet werden, unendliche viele Ressourcen durch Mineraldünger, Medikamente etc. verbraten werden und nur wenige große Firmen den Markt beherrschen finde ich nicht richtig.

Vielleicht konnte ich den einen oder anderen ja mit diesem Text ein wenig zum nachdenken anregen. Mir liegt dieses Thema jedenfalls ziemlich am Herzen. 

Liebe Grüße,

Macky

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2 Kommentare

  1. Hallo Macky,
    das Buch hört sich sehr interessant an, mir liegt dieses Thema auch sehr am Herzen. Ich schreibe auf meinem Blog unter der Kategorie Bio-Spur auch über Milchkühe und Legehennen und weitere Artikel sind in Planung. Ich denke das Wichtigste ist, dass die Menschen nicht mehr die Augen verschließen sondern sich bewusst entscheiden. Also schau gerne mal bei mir vorbei.
    Liebe Grüße Jenny

    Gefällt 1 Person

    • Ja ich denke auch, dass die Menschen ein größeres Bewusstsein entwicklen müssen. Ich finde momentan sind wir ziemlich distanziert von unseren Lebensmitteln und wie sie produziert werden. Man geht einfach in den Supermarkt ohne darüber nachzudenken woher die abgepackten Hähnchenkeulen und Schinkenstreifen überhaupt kommen. Und ich werde gleich mal bei dir vorbeischauen! Liebe Grüße 🙂

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