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Mit Abenteuern gefüllte Seiten

Aus irgendeinem Grund haben mich schon immer Bücher fasziniert, in denen Menschen große Abenteuer in der Wildnis erleben. Nur mit einem Rucksack auf dem Rücken und einem Paar Wanderschuhen an den Füßen, der Natur vollkommen ausgeliefert. Pack noch eine Portion Selbstfindung mit rein und ich habe die Bücher nur so verschlungen. (Wahrscheinlich war auch das kein unwichtigerer Grund für meine Entscheidung nach dem Abi nach Kanada zu gehen 😉 )

Ich selbst würde mich nie trauen tausende Kilometer alleine durch unberührte Natur zu laufen, aber im kleineren Stil reizt mich das schon. Vor allem wenn die ersten Sonnenstrahlen sich wieder öfter blicken lassen, würde ich am liebsten einfach losziehen.

Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man nur mit dem Allernötigsten draußen unterwegs ist. Man muss seinen Verstand einschalten, wachsam sein und improvisieren. Fast nie läuft alles nach Plan und es kann echt unangenehm sein, wenn man im strömenden Regen sein Zelt aufstellen muss und dann nichts trockenes zum Schlafen hat. Wenn einen am nächsten Morgen aber die Sonne wieder weckt, man seine streng eingeteilte Frühstücksration ist und sich den Rucksack wieder aufschnallt, dann fühlt mich sich als könnte einen nichts mehr umhauen.

Und darum geht es doch bei diesen Abenteuern auch irgendwie. Man gerät ständig in Situationen von denen man denkt: das schaffe ich niemals.

Aber dann schafft man es doch und fühlt sich jeden Tag ein bisschen stärker.

Jetzt, da der Frühling da ist und die Wander- und Outdorsaison quasi wieder eröffnet ist, möchte ich euch ein paar “Abenteuer“ Bücher vorstellen. Wenn ihr gute Bücher in diese Richtung kennt, dann schreibt sie mir unbedingt!

In die Wildnis: Allein nach Alaska – JON KRAKAUER 

Wer kennt ihn nicht? Den jungen Mann, der alleine nach Alaska in die Wildnis zog. Ein Idealist, Gesellschaftskritiker, Träumer?! Die Meinungen zu seiner Geschichte sind gespalten. Manche bezeichnen in schlichtweg als Spinner, andere verehren ihn für seinen Mut bei der Suche nach Freiheit und Wahrhaftigkeit.  Ich finde seine Geschichte unglaublich spannend und kann mir kaum vorstellen, dass es jemanden gibt, den diese Reise unberührt lässt. Jon Krakauer hat sehr viel Herzblut in die Recherche zu diesem jungen Mann gesteckt. Man merkt, dass er nicht will, dass man Christopher McCandless als ahnungslosen Irren abtut, der nicht wusste was er tat, denn das war nicht der Fall. Die Geschichte ist spannend geschrieben, es wird nie langweilig. Teilweise zerreißt es einen aber auch das Herz. Eins meiner Lieblingszitate stammt aus diesem Buch: Happiness only real when shared. 

Spuren: Eine Reise durch Australien – ROBYN DAVIDSON

Dieses Buch habe ich auch verschlungen. Es ist schon etwas älter (1. Auflage 1995), jedoch wurde 2013 ihr Buch verfilmt, wodurch ihr es vielleicht schon kennt. Die Geschichte handelt von der jungen Robyn Davidson, die Mitte Zwanzig mit ein paar Kamelen 2700 Kilometer durch die australische Wüste läuft. Nicht nur das finde ich schon unvorstellbar, die Jahre davor verbringt sie in einer kleinen Stadt, in der sie sich ohne Ende abrackert, um sich die Kamele für die Reise zu erarbeiten. Beim Lesen konnte ich kaum glauben wie viele Niederschläge sie einsteckt und trotzdem weiter macht. Das eigentliche Abenteuer wird dann zeitweise von der National Geographic und dem dazugehörigen Fotografen (der auch noch heimlich in sie verliebt ist) begleitet, denn nur so kann sie die Reise finanzieren. Ihr selbst gefällt das Ganze überhaupt nicht, denn sie verbringt – wenn möglich – ihre Zeit fern von Menschen, mit ihrem Hund und den Kamelen. Ich kann für diese Geschichte Buch und Film empfehlen, es lohnt sich. Ps.: googelt ruhig mal nach ihr, denn im Internet könnt ihr noch beeindruckende Originalaufnahmen von ihrer Reise finden.

Der große Trip – CHERYL STRAYED

Wieder eine Abenteurerin, die ihre Geschichte in ein Buch verpackt hat. Mehrere Tausend Meilen läuft Cheryl den Pacific Crest Trail in Kalifornien, ohne große Erfahrung, dafür mit viel emotionalen Ballast im Gepäck – gescheiterte Ehe, Drogen, der Tod ihrer Mutter (und das alles mit gerade einmal 26 Jahren). Ich muss gestehen, dass ich das Buch nicht fertig gelesen habe. Jedoch nicht weil das Buch schlecht war, sondern weil ich zwischendurch den Film geschaut habe. Das war keine besonders schlaue Idee, denn danach wollte ich das Buch nicht mehr fertig lesen. Generell war mir diese Geschichte aber auch ein bisschen zu krass: viele Männeraffären, Drogen … das ist nicht unbedingt mein Ding. Ich mochte dennoch ihren Schreibstil und die Abenteuer, die sie auf ihrem Trip erlebt hat, weshalb ich es trotzdem empfehlen würde.

Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg – HAPE KERKELING

Und last but not least noch ein Buch, das wohl am wenigsten zu den vorherigen passt, jedoch trotzdem super ist. Der deutsche Komiker Hape Kerkeling verabschiedet sich mit den Worten: Ich bin dann mal weg und begibt sich auf eine Reise durch Spanien. Hape ist ebenfalls kein erfahrener Pilger, jedoch hat er wie so viele andere einige Fragen im Gepäck. Seine Geschichte hat wohl den geringsten Wildnisfaktor, denn der Jakobsweg ist sehr populär und Hape Kerkeling schläft in Unterkünften und ist oft mit anderen Pilgern unterwegs. Trotzdem ist das Buch spannend und vor allem unterhaltsam. Wie man es von einem Komiker erwartet wird man öfter mal zum Lachen gebracht und man hat bei dieser Geschichte mehr das Gefühl, dass man das auch gerne mal machen möchte. Es scheint machbarer und realistischer. Außerdem macht Hape auf seiner Reise viele clevere Entdeckungen über sich und seine Umwelt, die zum Nachdenken anregen. Ich selber habe seine Geschichte als Hörbuch gehört, was mir sehr gut gefallen hat. Den Film habe ich noch nicht gesehen – könnt ihr ihn empfehlen?

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10 Kommentare

  1. Guten morgen liebe Marie
    Ich teile deine Leidenschaft für diese Art der Literatur nicht aber ich kenne ein paar Menschen, die alleine von der Eifel nach Paris gewandert sind, bzw. von München nach Italien. Ich kann total nachvollziehen, was da den Reiz für dich ausmacht. Jedes Mal, wenn ich die Geschichten meiner Bekannten höre und mir ihre Fotos ansehe steigt in mir so eine Art Sehnsucht hoch, die ich gar nicht richtig greifen kann. Allein zu sein, im Einklang mit der Natur zu wandern und sich selbst zu überwinden…Es ist reizvoll, irgendwie sogar romantisch. Doch, auch mir fehlt da bisher der Mut, denn Abenteuer sind ja nie nur romantisch.
    Du bist nach Kanada „gegangen“. Das finde ich schon sehr mutig.
    Ich will dir übrigens seit Tagen schon sagen, wie zauberhaft ich deinen Text über das Bauchgefühl fand. Ich musste da schon arg schmunzeln. Zum einen, weil ich die letzte Woche über selber total Erkältet war und nix gebacken bekommen habe, zum anderen, weil mir besonders die Geschichte, in der du dir die Haare abgeschnitten hast sehr bekannt vorkam. 😉 Ja! Man wir sollten definitiv mehr auf unser Bauchgefühl vertrauen.
    So, nun habe ich alles nachgeholt, was ich in den letzten Tagen nicht geschrieben habe. 😉
    Einen schönen Tag wünsche ich dir.
    Deine Texte sind so, so schön. Ich mag sie wirklich sehr.
    Lieben Gruß
    Jenny

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    • Vielen Dank für dein wunderbares Kommentar liebe Jenny, ich werde ja ganz verlegen :3 Und ja ich glaube auch total, dass es viel mit Sehnsucht zu tun hat. Für mich ist es auch dieses Verlangen nach der Einfachheit und nach der Schönheit der Natur. Nachdem wir aber vorgestern einen Schneesturm und 50 Zentimeter Neuschnee hatten, ist mir gerade eher nach drinnen auf der Couch bleiben zumute. Brrrr. Genieße das schöne Wetter in Deutschland!

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      • Ja heute ist es bei uns glaube ich sogar schöner als bei euch. Strahlender Sonnenschein und 10 Grad. Ich wette morgen ist es aber schon wieder anders herum 😀 Genieß die Gemütlichkeit 🙂

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  2. Hallo 🙂 Ich liebe solche Bücher auch total und als ich deine Einleitung gelesen habe, ist mir als erstes „Wild – The big trip“ eingefallen. Dann habe ich gesehen, dass du es auch beschreibst. Es ist so ein wundervolles Buch. Ich habe den Film zuerst geschaut und das Buch dann lange nicht angefangen, weil ich dachte: „Naja, ich kenn’s ja.“ Aber nach dem Lesen kann ich nur sagen: der Film ist viel zu oberflächlich vor dem beeindruckenden Hintergrund des Buches, zumindest für meinen Geschmack.

    Deine Empfehlungen werde ich für meinen Geburtstag im Hinterkopf haben oder sie mir irgendwie secondhand zulegen, vielen Dank dafür!

    „Ich bin dann mal weg“ werde ich mir definitiv auch durchlesen, bevor es für mich auf den Jakobsweg geht – das ist nämlich ebenfalls einer meiner Träume, die es noch zu realisieren gilt.

    Ich glaube, ich möchte auch gerne solche Bücher schreiben, über meine vielen Reisen. Auch wenn sie nicht in die Wildnis gehen, gehen sie in die Fremde und ich lerne so viel über mich … mal sehen, wann ich den Traum wahrmache 🙂

    Liebe Grüße zu dir nach Kanada 🙂

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    • Danke für deine lieben Worte!
      Ich habe ja „Wild – the big trip“ nicht ganz gelesen, aber ich fand auch, dass der Film im Gegensatz zum Buch etwas oberflächlich war. Aber ich glaube das ist immer ein bisschen das Problem mit verfilmten Büchern.
      Der Jakobsweg reizt mich übrigens auch total, obwohl ich ihn mir im Sommer sehr voll vorstelle.
      In Kolumbien gibt es sicher auch tolle Wanderungen durch die Wildnis – bestes Buchmaterial 😛
      Liebe Grüße an dich 🙂

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  3. Hallo Macky!

    Wahnsinn – ich liebe diese Art der Bücher ebenfalls total!
    Besonders spannend finde ich Reiseberichte (gerne auch fiktive) aus vorherigen Jahrhunderten. Sowas wie „Gullivers Reisen“ oder „1000 Meilen unter dem Meer“ hat mich schon immer fasziniert. Da wird der Spruch, dass, wer Bücher liest, 1000 Leben gelebt hat, Wirklichkeit, so scheint es mir.
    Aktuell habe ich von einem lieben (eigentlich dem besten) Frend „Kon TIki“ ausgeliehen bekommen – es verspricht ebenfalls wahnsinnig spannend zu sein und er ist ganz begeistert davon. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

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  4. In die historischen Bücher habe ich noch gar nicht so wirklich reingeschaut, aber ich stelle sie mir auch spannend vor – kommt vielleicht mit auf die nächste Leseliste. Ich habe vor ein paar Monaten über eine Expedition zur Antarktis im 20. Jahrhundert gelesen, das war auch super interessant. Kon Tiki schaue ich mir gleich mal online an, danke für den Tip 🙂
    Liebe Grüße,
    Marie 🙂

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    • Oh, da fällt mir noch ein: Christoph Ransmayrs „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ – ein wunderbarer Roman über genau so eine Expedition ins Eis. Ich liebe dieses Buch!
      In dieselbe Kerbe schlägt auch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny – ebenfalls ein großartiges Buch. Über beide werde ich übrigens meine nächste Hausarbeit schreiben und mich mit der Konzeption der Männer im Schnee auseinandersetzen. 😉

      Liebe Grüße
      Jenni

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      • Interessantes Thema für eine Hausarbeit! Und danke für die weiteren Buchempfehlungen 🙂 . Im Moment lese ich noch „The Help“, aber ich glaube danach werde ich mich mal wieder auf die Suche nach Abenteuerbüchern gegeben 😉
        Liebe Grüße

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