Allgemein, Blog, DIY, Food
Kommentare 8

Über Sprossen und wie man die kleinen Wunderpflänzchen selber zieht

Kennt ihr das? Man ist auf der Suche nach etwas, wühlt durch seine Schubladen und plötzlich entdeckt man Dinge von deren Existenz man gar nicht mehr wusste. So ging es mir jedenfalls vor ein paar Tagen, als ich mein Keimgerät in einer Kommode wieder entdeckte.

Ich war völlig euphorisch, denn Sprossen ziehen ist eine super Sache. Selbst wenn man keinen grünen Daumen hat (und ich habe schon so einiges auf meiner Fensterbank eingehen lassen), ist es kaum möglich an den Sprossenzucht zu versagen. 

Für diejenigen, die beim Thema Sprossen auf komplettes Neuland stoßen, ist hier erst einmal eine Definition:


Sprossen sind aus Samenkörnern gekeimte Jungpflanzen – auch Sämlinge genannt.

Verwendet wurden sie zu erst im asiatischen Raum auf einer Seefahrt. Weil auf dem Boot alles recht feucht war begannen die Keimsaaten auf dem Schiff an zu keimen. Hungrig wie die Seeleute waren, verspeisten sie die jungen Pflänzchen und waren ganz erstaunt, wie viel Kraft die grünen Stängel ihnen lieferten. Und somit war die Sprossenzucht quasi geboren. 

Und genauso wie die Seefahrer können auch wir von den kleinen Supersprossen ganz schön viele Vitalstoffe erhalten. Dabei hat jede Pflanze quasi ihre eigene Superpower. Kresse und Brokkolisprossen liefern beispielsweise Vitamin C, Magnesium und Eisen. Hülsenfruchtkeimlinge sind Lieferanten für hochwertiges Eiweiß, Vitamin C und Phosphor und Getreidekeimlinge enthalten viele Vitamine der B – Gruppe.

Für mehr Infos schaut mal auf die Seite von Sprossenparadies , dort findet ihr eine Liste verschiedener Sprossen und deren Inhaltsstoffe.


Generell ist die Auswahl an Pflanzen die sich für die Sprossenzucht eigenen sehr groß. Man kann so gut wie alle Nahrungspflanzen benutzen, nur auf Nachtschattengewächse solltet ihr auf jeden Fall verzichten.  Auf Wikipedia findet sich diese kleine Tabelle zu geeigneten Pflanzen:

Geeignete Pflanzen

Kreuzblütler

Hülsenfrüchte

Getreide & Co.

Sonstige

 

WICHTIG: Bei den Hülsenfruchtsprossen gibt es ein paar Sorten, die nicht roh gegessen werden können. Dazu gehören beispielsweise Erbsen- Kichererbsen- oder Sojabohnenkeimlinge. Diese enthalten Hämaglutenin – ein Protein, das die roten Blutkörperchen zusammenklumpen lassen kann. Durch Kochen wird dieses jedoch abgebaut und die Sprossen sind dann unbedenklich.

Kommen wir jetzt zum spannenden Teil – Wie ziehe ich meine eigenen Sprossen? 

Alles was ihr für eure Sprossenzucht braucht ist :

  • Keimsaat
  • Sprossenglas oder Keimgerät
  • Wasser

Sprossen ziehen geht so fix, dass ihr quasi vor dem Fensterbrett sitzen und zuschauen könnt. Bevor es jedoch losgeht müsst ihr eure Keimsaat in Wasser einlegen. Dort lasst ihr sie für ca. 4 Stunden, damit sie ordentlich Feuchtigkeit aufsaugen.

Der nächste Schritt hängt dann von eurem Behälter ab. Ich selbst habe dieses Keimgerät von Biosnacky :

Dieses hat 3 Schalen, wodurch man 3 verschiedene Sprossensorten auf einmal ziehen kann. jihaaa. Ganz unten habt ihr die Auffangschale, in die das Wasser abläuft. Darüber sind die drei Sprossenschalen und oben drauf kommt der Deckel. Jede Sprossenschale besitzt Ablaufsyphons, die versetzt sein müssen, damit sich das Wasser gut ausbreitet.

Ihr verteilt also je einen Esslöffel Keimsaat pro Schale und kippt soviel Wasser in das Gerät, bis das oberste Ablaufsyphon ganz bedeckt ist. 

Das wiederholt ihr ca. 2- 3 Mal am Tag und nach ein paar Tagen solltet ihr frische, knackige Sprossen auf der Fensterbank haben. 

side note: Das Wasser in der Auffangschale eignet sich super zum gießen, weil es mit Nährstoffen angereichert ist.


Falls ihr nicht in ein Keimgerät investieren wollt, könnt ihr auch ein einfaches Einmachglas benutzen.

Für die Einmachglas – Methode braucht ihr:

  • ein Einmachglas
  • einen feinmaschigen Stoff (zum Beispiel Gardinenstoff)
  • Gummiring
  • Keimsaat
  • Wasser

Gebt eure Keimsaat in das Einmachglas und lasst es wie bei der anderen Methode beschrieben für mehrere Stunden einweichen. Danach wird der Gardinenstoff mit einem Gummi als Deckel befestigt. Wenn ihr eurer Glas jetzt in Schräglage bringt, kann das Wasser ablaufen und eure Keimlinge bleiben feucht. Die Keimlinge müssen ca. zweimal täglich „gespült“ werdenPasst auf dass sie nicht zu feucht sind, sonst kann es schnell schimmeln. 

Das war es dann auch schon zur Sprossenzucht. Meine persönlichen Favoriten sind bis jetzt übrigens Linsen und Kresse. Kresse ist wunderbar scharf und Linsen im Gegenzug mild und nussig. Mal sehen was diese Woche auf der Fensterbank wachsen wird. In der Schublade liegt noch Brokkoli- und Mungbohnensaat. 🙂

 

 

Advertisements

8 Kommentare

  1. scarlettheredblog sagt

    Gut geschriebener Artikel! Besonders gefällt mir, dass dur am ANfang noch die Geschichte der Sprossen erläutert hast, wieder was gelernt 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Freut mich! Und ich wusste das übrigens auch nicht, bevor ich ein bisschen für den Artikel recherchiert habe. Wir haben also beide was neues gelernt 😀

      Gefällt mir

  2. Man, da hast du dir ja wirklich viel Arbeit gemacht, Marie.
    Ein toller Artikel. In Sprossen steckt so viel Power.
    Auf die Idee Koriander oder Fenchelsamen keimen zu lassen, wäre ich gar nicht gekommen. Klingt spannend.
    Lieben Gruß
    (Hier gießt es nun auch wie aus Eimern, aus sehr kalten Eimern 😉 )

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Macky!

    Das ist ein wirklich schöner Artikel! Ich habe die Sprossenzucht auch vor einigen Monaten für mich entdeckt und habe alles andere als einen grünen Daumen (was ich aktuell zu ändern versuche), aber mir sind noch keine Sprossen eingegangen. Am liebsten habe ich die Mungobohnensprossen, sie schmecken mir einfach am besten. 🙂

    Allerdings habe ich gelesen, dass es bei den sommerlichen Temperaturen, die nun auf uns zukommen werden, schwierig wird, sie zu ziehen, da sie Fliegen anlocken und im Allgemeinen schneller verderben. Hast du da auch Erfahrungswerte zu? Das würde mich sehr interessieren!

    Liebe Grüße
    Jenni

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank Jenny und ich freue mich, dass du auch die Sprossenzucht für dich entdeckt hast! Ich finde, wenn man ein bisschen ins anpflanzen einsteigen will, sind Sprossen super! Jetzt wenn es langsam anfängt richtig warm zu werden, würde ich auf jeden Fall versuchen die Sprossen aus der prallen Sonne zu nehmen. Wahrscheinlich würde ich mir den kühlsten Raum im Haus suchen und die Sprossen dann so platzieren, dass sie höchstens im Halbschatten stehen. Ich glaube man kann sie sogar komplett im Schatten lassen. Für mich ist es aber auch noch viel herum probieren. Also keine Garantie 😀
      Viele Grüße! 🙂

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s